Photo by Daniel Schneider

Katharina Schneider-Bodien

Sie sind jung, haben Talent und sind der Beweis, dass die Nachwuchsarbeit des deutschen Eishockeys nicht immer schief läuft. Im Interview berichten Stürmer Martin Hinterstocker (21 Jahre), Verteidiger Marco Nowak (20 Jahre) und Torhüter Mathias Niederberger (18 Jahre) über ihre eigenen Anfänge, die Unterschiede der verschiedenen deutschen Eishockey-Ligen und über ihr erstes DEL-Spiel. Alle drei haben in ihrer bisherigen Karriere in mindestens drei verschiedenen Ligen gespielt. Martin Hinterstocker und Mathias Niederberger sind sogar vorbelastet: Beide Väter spielten Eishockey, beide Väter gingen für die DEG Metro Stars (damals noch ohne Metro) aufs Eis.
 
Wie seid ihr zum Eishockey gekommen?
 
Marco Nowak: Als ich in die 8. Klasse gekommen bin, wurden bei uns an der Schule Flyer verteilt. Ich habe mir das Training dann mal angeschaut und bin direkt geblieben.
 
Martin Hinterstocker: Bei uns im Dorf gab es im Winter immer einen kleinen Eisplatz. Dort haben die Jugendlichen Eishockey gespielt. Ich habe mir aber auch als Kind schon Eishockeyspiele angeschaut und irgendwann habe ich dann in den Jugendabteilungen angefangen, professionell zu spielen. 
 

Wie seid ihr dann nach Düsseldorf gekommen?
 
Marco: Ich habe vorher in Mannheim gespielt. Aber nach der Hälfte der Saison habe ich mich entschieden, dass es nicht mehr so passt. Durch meinen Agenten bin ich dann nach Düsseldorf gekommen. Und seit 2007 bin ich jetzt hier.
 
Martin: Aber wir haben hier erst einmal DNL gespielt.
 
Marco: Ja, Regionalliga, DNL, aber auch in der ersten Mannschaft.
 
Mathias Niederberger: Ich bin Düsseldorfer, bin hier geboren und habe hier an der Brehmstraße angefangen, Eishockey zu spielen. Der Verein hat mir immer gute Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gegeben, deshalb bin ich hiergeblieben. 
 

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Gibt es zu euren Rückennummern eine Geschichte?
 
Mathias: Nein, eine direkte Geschichte nicht. Als in der DNL-Mannschaft die Nummern verteilt wurden, war ich in einem Torwartcamp in Schweden. Als ich wiederkam, war die 27 noch übrig. Im zweiten Jahr ist das aber schief gelaufen und ich musste die eins nehmen. Aber seit zwei Jahren habe ich wieder die 27 und ich hoffe, das bleibt auch so.
 
Martin: In der DNL hatte ich immer die 32. In Düsseldorf hatte die aber schon Jochen Reimer und dann habe ich die 24 genommen, weil mein Vater hier in Düsseldorf auch schon die 24 getragen hat.
 
Marco: Ich habe die 8 seit Beginn an. Wenn es geht, möchte ich daran auch nichts ändern. 
 

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Mathias, du spielst in drei verschiedenen Ligen, mit drei verschiedenen Teams. Ist es schwer, sich immer wieder auf andere Mannschaften einzustellen?
 
Mathias: Ich versuche in jeder Mannschaft mein Bestes zu geben. Die DNL-Mannschaft kenne ich noch aus dem letzten Jahr und die Jungs in Duisburg kenne ich mittlerweile auch ganz gut. Das ist überhaupt kein Problem, für verschiedene Mannschaften zu spielen. 
 

Worin besteht der Unterschied zwischen Oberliga, DNL und DEL?
 
Martin: Auch wenn die DNL eine Nachwuchsliga ist, finde ich schon, dass diese Liga sehr professionell ist. Für den Nachwuchsbereich ist das Tempo, das in der DNL gespielt wird, sehr hoch. Aber klar gibt es einen Unterschied zum Seniorenbereich. Wenn du im Seniorenbereich einen Fehler machst, kassierst du ein Tor. Im Nachwuchsbereich passieren noch relativ viele Fehler und Scheibenverluste. Und in der DEL haben die Spieler natürlich auch andere Fähigkeiten als in der DNL beispielsweise. 
 

Gibt es auch Unterschiede zwischen den Schiedsrichtern der verschiedenen Ligen?
 
Martin: Ich glaube, dass sogar einige DEL-Schiedsrichter auch für DNL-Spiele gesetzt sind. Ich denke nicht, dass es da so einen großen Unterschied gibt. 
 

Erinnert ihr euch an euer erstes DEL-Spiel?
 
Martin: Das war schon etwas besonderes, auch wenn ich gar keine Eiszeit bekommen habe. Ich saß nur auf der Bank und habe mir das Spiel angeguckt. Das war ein Heimspiel gegen Mannheim.
 
Marco: Mein erstes DEL-Spiel … (überlegt)
 
Das war ja dann nicht so positiv …?
 
Marco: Doch schon, aber ich habe in meinem ersten Jahr ja auch in der Regionalliga und in der DNL gespielt. Aber ich glaube, dass das auch das Mannheim-Spiel war. Ich habe auch nicht viel gespielt. Aber mit auf der Bank zu sitzen war schon toll. Einfach um mal zu sehen, wie das so läuft. 
 

Wie reagiert man denn als Nachwuchsspieler auf die Profis im Team? Oder anders gefragt: Wie reagieren die Profis auf die Youngsters?
 
Marco: Also man wird nicht als “der Neue” abgestempelt sondern ist gleich ein Teil des Teams. Das Team respektiert dich, jeder steht für jeden ein. Das kann Mathias bestätigen. (Der nickt.) 
 

Bei den vielen Trainings, den Spielen und weiteren Terminen … bleibt da überhaupt noch Freizeit?
 
Mathias: Nicht sehr viel. Aber nachmittags habe ich eigentlich immer ein bisschen frei. Diese Zeit ist mir auch wichtig, einerseits um mich zu erholen, aber auch um Freunde zu treffen und mal vom Eishockey abzuschalten. Das ist nämlich auch wichtig.
 
Marco: Wenn man immer nur mit Eishockey zu tun hätte, würde man irgendwann wirr im Kopf, denke ich. 
 

Wie kam es dazu, dass du der Mann für die Humba bist, Marco?
 
Marco: Das ist Pressesprecher Frieder Feldmann schuld. Er hat mir in der letzten Saison einfach das Mikro in die Hand gedrückt. Eigentlich ist das nicht mein Ding. Nach seiner Ansprache an die Fans kam Marian (Bazany) in dieser Saison einfach wieder zu mir und sagte “Komm’ Nowi, mach’ die Humba!”. Und seitdem mache ich die Humba.

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